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Häufig gestellte Fragen

Wann sollte ich einen Anwalt aufsuchen?

„Besser zu früh als zu spät“:
Bestenfalls sofort, wenn Sie ein Schreiben der Polizei / der Staatsanwaltschaft / des Gerichts erhalten! Gleiches gilt für Situationen, in welchen Sie vor Ort auf Polizeibeamte o.ä. treffen.
Dies völlig unabhängig davon, ob Sie potentiell verdächtig sind, als Täter, Zeuge, Geschädigter o.ä. in Betracht kommen! Schweigen Sie, bis Sie eine Rückmeldung von uns / einer/m Kollegin/en haben! Nur so ist eine effektive Verteidigung möglich.

 

Was kostet ein Erstberatungsgespräch?

Grundsätzlich müssen Sie bei einem Erstberatungsgespräch mit Kosten i.H.v. 226,10 EUR brutto rechnen (gem. § 34 RVG). 

  

Was mache ich, wenn ich eine Vorladung von der Polizei erhalten habe?

Zunächst sind Sie nicht verpflichtet, bei der Polizei zu erscheinen. Als Beschuldigter haben Sie außerdem das Recht zu schweigen. Von diesem sollten Sie stets Gebrauch machen! Setzen Sie sich umgehend mit uns in Verbindung, wir sagen den Vernehmungstermin für Sie ab. So Sie von der Staatsanwaltschaft / dem Gericht zur Vernehmung geladen sind, begleiten wir Sie!  

 

Soll ich lieber die Wahrheit sagen oder schweigen?

Da alles, was Sie vor Polizeibeamten oder anderen Personen aussagen, Berücksichtigung in späteren Entscheidungen der Behörden finden kann, ist dringend dazu zu raten, stets von Ihrem voll umfassenden Schweigerecht Gebrauch zu machen. Aus dem Schweigen selbst dürfen die Behörden keine negativen Rückschlüsse ziehen. Im Hinblick auf eine effektive Strafverteidigung „ist Schweigen insofern Gold“.

  

Die Polizei steht vor der Tür und will meine Wohnung durchsuchen – was kann ich dagegen unternehmen?

Wenn Ihnen die Polizei einen richterlichen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnungsdurchsuchung vorzeigt, müssen Sie die Durchsuchung Ihrer Wohnung in der Regel dulden. Lesen Sie sich den Beschluss bitte durch und kontaktieren Sie uns! Bitten Sie die Beamten, mit der Durchsuchung bis zum Erscheinen eines/r Verteidigers/in zu warten. Lassen Sie sich von allen Beteiligten die Ausweise zeigen, notieren Sie sich die Namen und Dienststellen der Beamten!

Duldung bedeutet nicht "Mithilfe"!

Bewahren Sie Ruhe, verhalten Sie sich wachsam, aber passiv! Notieren Sie sich den Ablauf der Durchsuchung. Verlangen Sie im Anschluss an die Durchsuchung von den Polizeibeamten eine schriftliche Mitteilung über die Durchsuchung selbst (insbesondere deren Grund) sowie ein Verzeichnis der mitgenommenen Gegenstände. Unterschreiben Sie nichts!

Machen Sie in keiner Weise Angaben zur Sache oder zu den Räumen. Die Polizeibeamten sind diesbezüglich geschult.

 

Was mache ich, wenn Untersuchungshaft gegen mich angeordnet wurde?

Sie haben keine Pflicht an der Überführung mitzuwirken. Aus diesem Grund sollten Sie auch in dieser Situation von Ihrem Schweigerecht Gebrauch machen und unter keinen Umständen etwas unterschreiben, das Ihnen vorgelegt wird. Nehmen Sie unverzüglich mit uns Kontakt auf!  

 

Was mache ich, wenn ich eine Anklage erhalten habe?

Spätestens jetzt sollten Sie unsere Kanzlei kontaktieren. Wir werden zunächst Akteneinsicht beantragen, um ein vollständiges Bild davon zu bekommen, was Ihnen zur Last gelegt wird. Im Anschluss hieran besprechen wir im Detail die entsprechende Verteidigungsstrategie, Chancen und Risiken.  

 

Was mache ich, wenn ich einen Strafbefehl erhalten habe?

Kontaktieren Sie uns umgehend! Es besteht die Möglichkeit, binnen 2 Wochen ab Zustellung Einspruch gegen den Strafbefehl einzulegen. Ob ein solcher Einspruch gegen den Strafbefehl Aussicht auf Erfolg hat oder ein solcher etwa nur auf die Rechtsfolgen beschränkt werden sollte (z.B. zu hoch geschätztes Einkommen im Fall einer Geldstrafe) prüfen wir für Sie. 

 

Was mache ich, wenn ich eine Ladung zu einer mündlichen Verhandlung erhalten habe?

Sie müssen zwingend zu der mündlichen Gerichtsverhandlung erscheinen. Andernfalls können Sie entweder zwangsweise dort vorgeführt werden oder es wird ein Haftbefehl gegen Sie erlassen. Kontaktieren Sie uns, auch eine spontane Vertretung ist uns meist möglich! 

 

Was mache ich, wenn ich zum Termin der Gerichtsverhandlung krank bin?

Zunächst sollten Sie umgehend ein ärztliches Attest vorlegen und dem Gericht den Grund mitteilen, weshalb Sie aufgrund Ihrer Krankheit nicht verhandlungsfähig sind. Sofern Sie bereits verteidigt sind teilen Sie dies bitte Ihrem/r Verteidiger/in mit.  

 

Ich wurde als Zeuge zu einer Gerichtsverhandlung geladen. Wie verhalte ich mich?

Zunächst werden Sie in den Gerichtssaal gebeten. Sodann belehrt Sie der Richter, dass Sie die Wahrheit sagen müssen, sich zugleich aber nicht selbst belasten müssen. Bei Fragen, mit deren Antwort Sie sich selbst belasten würden, können Sie die Auskunft verweigern (§ 55 StPO). Sollten Sie mit dem Angeklagten verwandt sein, werden Sie zudem gesondert über das Bestehen eines Zeugnisverweigerungsrechtes belehrt. Konkret bedeutet dies, dass Sie sich zu der Sache nicht äußern müssen, sondern von Ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen können. Im Anschluss an Ihre Zeugenvernehmung verlassen Sie den Gerichtssaal.

 

Wann darf ich als Zeuge schweigen? Wann mache ich mich als Zeuge wegen Falschaussage strafbar?

Als Zeuge dürfen Sie schweigen, wenn Sie ein Zeugnisverweigerungsrecht besitzen. Das ist etwa der Fall, wenn Sie mit dem Angeklagten verlobt oder verheiratet sind. Selbst wenn Sie bereits von dem Angeklagten geschieden sind, steht Ihnen ein Zeugnisverweigerungsrecht zu. Gleiches gilt, wenn Sie mit dem Angeklagten verwandt oder verschwägert sind. Grundsätzlich belehrt Sie das Gericht über Ihr Recht, sollte ein solches Zeugnisverweigerungsrecht im Einzelfall bestehen. Darüber hinaus sind Sie nicht verpflichtet, eine Aussage zu tätigen, bei der Sie sich selbst mit dem Verdacht einer Straftat belasten würden. Bezüglich derartiger Fragen haben Sie das Recht, die Auskunft zu verweigern. 

 

Was kann ich gegen ein Urteil unternehmen?

Sie haben die Möglichkeit, gegen ein Urteil Rechtsmittel einzulegen. Bei einer Berufung gegen Urteile des Amtsgerichts wird Ihr Fall vor dem Landgericht komplett neu verhandelt. Bei einer Revision hingegen erfolgt keine neue Verhandlung der Sache, sondern das zuvor ergangene Urteil wird lediglich auf Rechtsfehler und falsche Rechtsanwendung überprüft. 

 

Wann muss ich nach einem Urteil ins Gefängnis?

Zunächst besteht nach der Verkündung des Urteils eine Frist von einer Woche, um Rechtsmittel dagegen einzulegen. Ist diese Frist abgelaufen, so werden Sie – so Sie zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt wurden – zum Strafantritt in die JVA geladen.  

 

Was mache ich, wenn ein Haftbefehl gegen mich erlassen wurde? Wie verhalte ich mich bei einer Festnahme?

Sollte Ihnen eine Verhaftung drohen, ist es äußerst empfehlenswert, sofort anwaltliche Hilfe hinzuzuziehen. Bestehen Sie, falls notwendig, auf dieses Recht, eine/n Verteidiger/in zu kontaktieren! Machen Sie von Ihrem Schweigerecht Gebrauch und warten Sie ab, bis die anwaltliche Unterstützung vor Ort ist. 

 

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